Feldenkraistherapie

Die Bewegungstherapie nach Moshé Feldenkrais, auch Feldenkraistherapie, ist eine pädagogische Bewegungstherapie, bei der der Patient mehr über den eigenen Körper und seine Bewegungsabläufe erfahren soll. Sie basiert auf den Bewegungen aus dem Judo, auf den Erkenntnissen der Arbeiten verschiedenster Lehrer der künstlerischen Körperschulung der 1920er Jahre sowie auf der manuellen Medizin. Feldenkrais war Physiker und Judolehrer und interessierte sich für Anatomie, Verhaltens- und Neurophysiologie und Psychologie. Seine Theorie war, dass mit einem Bewusstmachen falscher Körperhaltungen und deren Korrektur Erkrankungen verhindert werden können. Daher entwickelte er zahlreiche Bewegungsabläufe, die den Lebensalltag des Menschen prägen. Die bewusste richtige Bewegung soll den Menschen dazu befähigen, sich selbst besser zu organisieren und falsche Bewegungsmuster abzulegen. Regelmäßig durchgeführt soll die Feldenkraistherapie darüber hinaus für eine gute Beweglichkeit bis ins hohe Alter sorgen und dieses verlängern können. Die bewusste Überschreitung vermeintlicher physischer Grenzen soll auch dabei helfen, psychische Grenzen zu überwinden.
Moshé Feldenkrais erkannte in der Bewegung und Körperhaltung eines Menschen einen dynamischen Prozess, der mit dem individuellen Verhalten eng verbunden und veränderbar ist. Daher sind die Therapiestunden wie Schulstunden aufgebaut, in denen die Bewegungslehre vermittelt wird. Therapiert werden entweder einzelne Personen oder Gruppen. In den Einzelstunden liegt der Patient auf einer speziellen Liege, während der Therapeut langsame Übungen an ihm durchführt. Der Patient bleibt hierbei passiv und konzentriert sich auf die Bewegungen. Ziel ist es, dass der Patient die Übungen später allein durchführen kann. In den Gruppen wird aktiv unter Anleitung des Therapeuten trainiert. In mehreren wissenschaftlichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Feldenkraistherapie die Beweglichkeit der Halswirbelsäule erhöht sowie Stress abbauen, Nackenschmerzen reduzieren und Rückenbeschwerden lindern kann.

Anwendungsgebiete

Mit der Feldenkraistherapie lassen sich vor allem jegliche Haltungsschäden, Atmungs- und Rückenbeschwerden, orthopädische Erkrankungen, neurologische Erkrankungen sowie chronische Schmerzzustände behandeln. Bei Kindern wird sie bei Entwicklungsstörungen eingesetzt. Auch bei Angststörungen, Depressionen und Psychosen soll sie aufgrund ihres ganzheitlichen Ansatzes helfen können.

Gegenanzeigen

Da die Feldenkraistherapie an natürlichen Bewegungsabläufen orientiert, ist sie für nahezu jeden Menschen geeignet. Selbst als Rehabilitationsmaßnahme nach schweren Unfällen wird sie eingesetzt. Die Übungen sind in der Regel sehr sanft und sollen keine Anstrengung oder Schmerzen verursachen.



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