Misteltherapie

Die Misteltherapie ist eine so genannte komplementärmedizinische Behandlungsmethode. Sie wurde vom Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, sowie der Ärztin Ita Wegman initiiert. Bis heute wird sie innerhalb der anthroposophischen Medizin zumeist als Mittel gegen Krebs eingesetzt. In Deutschland ist sie eine der bei Krebs am häufigsten eingesetzten komplementärmedizinischen Therapien. Sie soll eine Verlängerung der Überlebenszeit sowie eine Verbesserung der Lebensqualität bewirken. Da ihre Wirksamkeit bisher empirisch nicht nachgewiesen werden konnte, sollte sie nur begleitend und auch dann nur mit Vorsicht eingesetzt werden.
Im Jahr 1916 äußerte sich Steiner erstmals zu den Möglichkeiten einer Misteltherapie gegen Krebs. Ita Wegman griff diese Idee im folgenden Jahr auf und entwickelte gemeinsam mit Steiner das erste Mistelpräparat "Iscar", welches zehn Jahre später in "Iscador" umbenannt wurde. Seine damaligen Empfehlungen und Anregungen werden noch heute befolgt. Jenseits des deutschen Sprachraumes ist die Misteltherapie relativ unbekannt.
Für die Misteltherapie wird die Weißbeerige Mistel verwendet, die auf verschiedenen Wirtsbäumen wächst. Die Auswahl der Mistel traf Steiner nicht wegen etwaiger Wirkstoffe in der Pflanze, sondern wegen des parasitären Verhaltens, das ähnlich wirkt wie das parasitäre Verhalten des Tumors. Die aus Sommer- und Wintersaft der Mistel hergestellten Präparate werden den Patienten subkutan oder direkt ins Tumorgewebe gespritzt. Auch die perorale oder intravenöse oder die Injektion in bestimmte Körperhöhle sind verbreitet. Wie bereits erwähnt steht der empirische Beweis der Wirksamkeit noch aus. Vorhandene Studien beinhalten methodische Fehler.

Anwendungsgebiete

Neben der Krebstherapie soll die Misteltherapie außerdem bei Sarkoidose sowie weiteren Autoimmunerkrankungen und Arthrosen helfen.

Gegenanzeigen

In der Schwangerschaft oder der Stillzeit sollte die Misteltherapie in keinem Fall angewendet werden. Ansonsten kann es unter der Therapie zu zahlreichen Nebenwirkungen kommen. Da die Mistelextrakte zumeist injiziert werden, kommt es in vielen Fällen an den Einstichstellen zu lokalen Entzündungsreaktionen wie Rötungen, Schwellungen und Schmerzen. Ebenfalls berichtet werden Blutdruckabfall oder -anstieg oder eine Verlangsamung des Herzschlages. Auch der Magen-Darm-Trakt ist häufig betroffen mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Dehydration. Ebenso können das zentrale Nervensystem (Verwirrtheit, Halluzinationen, epileptische Anfälle) oder das Immunsystem (Fieber, Anstieg der weißen Blutkörperchen im Blutbild) negativ reagieren.
Auch von einigen Todesfällen wurde berichtet, diese könnten jedoch auf anaphylaktische Schocks aufgrund von allergischen Reaktionen zurückzuführen sein.



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