Phytotherapie

Die Phytotherapie oder auch Pflanzenheilkunde ist die Lehre der Verwendung von Heilpflanzen als Arzneimittel. Sie gehört zu den ältesten medizinischen Therapien und wird in allen Kulturen dieser Welt angewendet. Die Grundlage der Phytotherapie ist die Heilpflanzenkunde, sie enthält jedoch auch Teile der Pharmakologie, der Pharmazeutik und der Toxikologie.
Das Ziel der Phytotherapie ist es, Heilpflanzen und ihre Inhaltsstoffen im Hinblick auf ihre therapeutische Wirkung zu erforschen. Es kommen grundsätzlich nur ganze Pflanzen oder Pflanzenteile wie Blüten, Blätter, Rinden oder Wurzeln zum Einsatz. Sie werden frisch oder als Auskochung oder Aufguss verarbeitet zur Anwendung gebracht. Da eine Stoffisolierung in der Phytotherapie nicht vorgesehen ist, wirken immer Stoffgemische. So kann ein Pflanzenpräparate verschiedene Wirkungen haben oder gegen mehrere Krankheiten wirksam sein. Als Naturprodukt unterliegen die wirksamen Inhaltstoffe natürlichen Schwankungen. Neben dem Standort können hier beispielsweise auch der Erntezeitpunkt und die Lagerung sowie der Herstellungsprozess Einfluss auf die Wirkung nehmen. Für die Arzneimittelherstellung ist daher eine Standardisierung der Ausgangsstoffe und Methoden sehr wichtig.
Die moderne Pharmakologie versucht im Gegensatz zur Pflanzenheilkunde einzelne Wirkstoffe zu isolieren, künstlich herzustellen oder zu verändern, um so die Wirkung zu verbessern und unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren. Die Phytotherapie basiert auf der traditionellen Medizin, auf Erfahrungswerten, überliefertem Wissen und Traditionen. Viele Wirkungen von Heilpflanzen können wissenschaftlich nicht belegt werden. Gegenüber der Homöopathie jedoch arbeitet die Phytotherapie mit dem Dosis-Wirkungs-Prinzip.
Pflanzen werden in beinahe allen Gesellschaften bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass etwa 80 Prozent der Weltbevölkerung phytotherapeutische Mittel einsetzen. Einige Wirkstoffe der Phytotherapie haben eine sehr lange Geschichte, unter ihnen etwa Opium, Aspirin, Digitalis oder Chinin. Erst mit der Industrialisierung nahm der Anteil der Heilpflanzenkunde an Behandlungen ab.

Anwendungsgebiete

Mit Heilpflanzen lassen sich zahlreiche Krankheiten kurieren oder zumindest lindern.

Gegenanzeigen

Pauschale Gegenanzeigen lassen sich für die Phytotherapie nicht nennen. Allergische Reaktionen auf die Wirkstoffe sind immer möglich. Gerade bei Wirkstoffen wie Digitalis, das gegen Herzbeschwerden eingesetzt wird, kann eine Überdosierung fatale Folgen bis hin zum Tod haben. Daher sollten phytotherapeutische Produkte nur in Absprache mit einem Arzt oder Phytotherapeuten angewendet werden.



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