Urintherapie

Mit dem Begriff "Urintherapie" wird ein alternativmedizinisches Behandlungsverfahren beschrieben, bei der der eigene Urin getrunken wird, äußerlich angewendet oder injiziert wird. Darüber hinaus wird Urin unter Umständen auch in Augen, Nase oder Ohren geträufelt. Zweck der Behandlung ist die Stärkung der Abwehrkräfte. Außerdem befänden sich Mineralien, Hormone und körpereigene keimtötende Substanzen im Urin, weshalb man ihn nach Meinung der Befürworter dieser Therapie auch auf offene Wunden tropfen kann.
Bei Urin handelt es sich um ein Ausscheidungsprodukt des Körpers, das Stoffwechselprodukte der Niere enthält. Hauptsächlich sind dies Wasser, Mineralien, Endprodukte des Eiweißstoffwechsels sowie Säuren und Harnstoff. Letzterer wird in der evidenzbasierten Medizin zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt.
Bei gesunden Menschen ist der in der Blase befindliche Urin keimfrei. Besonders zu Beginn der Blasenentleerung kann es zur Verunreinigung mit in der Harnröhre lebenden Kommensalen kommen. Zudem besteht die Gefahr, dass bei Harnwegsinfektionen der Urin mit Bakterien verunreinigt ist, die dann in den betroffenen Regionen zusätzlich Entzündungen verursachen können.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts behauptete der englische Autor John. W. Armstrong, mit einem 45-tägigen Fasten, während dessen er nur Wasser und seinen eigenen Urin getrunken habe, eine als unheilbar diagnostizierte Tuberkulose geheilt zu haben. In der Folge überwachte Armstrong mehrere Tausend Urin-Fastenkuren und veröffentlichte seine Beobachtungen im Buch "Water of Life". Bei uns wurde die Therapie durch das Buch "Urin - ein ganz besonderer Saft" von Carmen Thomas Anfang der 1990er Jahre populär.
Die Wirksamkeit der Urintherapie ist wissenschaftlich nicht belegt und auch für die postulierte Harmlosigkeit gibt es keine Garantie.

Anwendungsgebiete

Die Urintherapie wird vor allem bei Infektionskrankheiten, Gelbsucht, Hautkrankheiten, Asthma, Heuschnupfen, Allergien, Arthrose und chronischer Angina eingesetzt. Äußerlich kommt Urin gegen Hautkrankheiten, Cellulite, Warzen, Sonnenbrand und zur Wundheilung zum Einsatz.

Gegenanzeigen

Die Anhänger der Urintherapie halten die Nebenwirkungen für gering. Jedoch bestehe ein erhöhtes Risiko bei dekompensierten Herzkreislauf-, Leber-, und Nierenerkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, konsumierenden Erkrankungen wie Tuberkulose, fortgeschrittener Krebserkrankung, Schilddrüsenüberfunktion, akuten Erkrankungen mit hohem Fieber und Harnwegsinfektionen.



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